Respekt vor der Jugend
Die Alten fordern ihn nicht leise.
Sie sehen sich als reif und weise.
Bewirkten viel im großen Kreise.
Jetzt rollt man sie auf Abstellgleise.
Die Jugend ruft: "Das ist doch Scheiße!
Für eure Fehler gibt's Beweise."
Schaut euch doch um! Ihr weisen Greise.
Begebt euch auf Erinn'rungsreise.
Die Jugend gab euch stets Hinweise
auf Folgen eurer Handlungsweise.
Wie reagierten dann die Greise?
"Dat jeht schon gut. Ihr Naseweise."
Doch langsam Schluss mit Reim auf "...eise".
Ich spring vom eingefahr'nen Gleise.
Eins sage ich euch noch unleise:
"Sie steh'n euch gut, die Abstellgleise!"
Die Erde stirbt. Menschen verrecken.
Die Alten sich im Grab verstecken.
Doch hinterließen sie der Jugend
den Zwang, zu leben in der Tugend.
Egal, was auch die Alten schufen.
Den bösen Geist hab'n sie gerufen.
Wer bitte muss das jetzt ausbaden?
Die Jugend wird erdrückt vom Schaden.
Sie steht vorm riesen Scherbenhaufen.
Kann sich vom Wachstum gar nichts kaufen.
Uns're Ressourcen werden knapper.
Der Alten Lösung ist Geplapper.
Wenn sich die Jungen dann erheben
und kreativ nach Bess'rung streben.
Dann schrei'n im Chor die alten Leute:
"Wir müssen schnell zum Mittag heute!"
Im Speck suhlt ihr euch, wie die Maden.
Und zeitgleich geht die Jugend baden.
Sie muss sich jetzt mit euch rumplagen
und all das Leid klaglos ertragen.
Die Jugend soll euch respektieren?
Doch wofür noch? Fürs Ruinieren?
Den Antikörper müsst ihr Viren
vor allem eins: "Ihn akzeptieren!"
Woll'n wir die Welt wirklich noch heilen,
dann müssen wir uns sehr beeilen.
Drum lasst die Jugend jetzt agieren
und die Erlöser respektieren.
Klar fordere ich dies hier laut,
obwohl mein Haar auch schon ergraut.
Die Worte Ciceros doch sagen,
dass Ausnahmen die Regel tragen.
Nun hab ich euch genug belehrt.
Euch über einen Kamm geschert.
Ich habe mich zwar drum gerissen,
doch ab hier siegte mein Gewissen.
Natürlich gibt es auch die Alten,
die ihren Geist zusammenhalten.
Kein Alter schützt vor Idealen,
doch härtet es die äuß'ren Schalen.
So machen viele immer dichter;
verbergen schützend die Gesichter.
Nur eines sorgt für tiefen Frust:
Der drohende Gesichtsverlust.
Jugend vor! Zeig weiter Krallen!
Das muss auch niemandem gefallen.
Und es zerbricht mir fast das Herz:
"Wir Menschen lernen nur durch Schmerz."
Wenn keine eurer Mühen fruchtet,
die Politik nach Stillstand suchtet.
Dann weiß ich leider auch nicht weiter.
Ich wünschte mir, wir wär'n gescheiter.
Erinnern wir uns noch abschließend:
Der Übergang ist immer fließend!
Auch damals schimpften die heut' Alten,
auf die, die tatenlos sich halten.
Ich könnte Nachsicht für sie zeigen
und mein Haupt respektvoll neigen.
Das wäre auch bestimmt gescheit,
doch hat die Erde keine Zeit!
Jetzt ist mal Schluss mit dem Gedichte!
Bevor ich die Moral vernichte,
die tief in diesen Zeilen steckt:
"Die Jugend verdient mehr Respekt!"
Worte haben Kraft
Kontakt per WhatsApp