Du scheinst
Ich höre schon den Widerspruch.
Nicht weil ich sag', du bist genuch.
Doch wenn ich dich jetzt Heldin nenne,
beginnt das große Rumgeflenne.
Ne, bin ich nicht, wills gar nicht sein.
Dafür bin ich auch viel zu klein.
Jetzt schau mal nicht so finster drein!
Ich bin damit auch völlig fein.
Dazu kann ich nur herzhaft lachen.
Du kannst dich eben nur klein machen,
wenn du dafür die Größe hast.
Bescheidenheit ist keine Last.
Ich hab' dich schon richtig verstanden.
So viel Grips ist noch vorhanden.
Du bist nicht auf den Ruhm erpicht.
Du meidest jedes Rampenlicht.
Doch ist es wirklich heldenhaft,
wenn man sich nur Gehör verschafft,
indem man laut und forsch und schrill
das sagt, was jeder hören will?
Du gehst nicht hin. Du schreitest.
Du leitest nicht. Du leidest.
Du sprichst nicht nur. Du meinst.
Du leuchtest nicht. Du scheinst.
Das ists, was Held*innen beschreibt.
Und wenn trotzdem ein Zweifel bleibt,
dann reflektier` die nächsten Worte:
"Die Welt braucht mehr von deiner Sorte."
Jetzt kommt noch mehr vom Lobgesang.
Renn doch nicht weg! Es wird nicht lang.
Beschämt lässt du mich stets zurück.
Ich kann´s kaum fassen - dieses Glück.
Es ist unmöglich, dich zu kennen
und dir nicht hinterherzurennen.
Doch mit dir Schritt zu halten, kann
vielleicht `ne Frau*, doch nie ein Mann.
Worte haben Kraft
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