Respekt dem Penner
Privilegien sind was Feines
für alle, die sie nutzen.
Ein jeder weiß: Es ist nichts Kleines,
die anderen zu stutzen.
Das Privileg verführt ganz leicht
zu asozialem Handeln.
Und weil mir das schon lange reicht,
will ich mit euch anbandeln.
Mit euch! Damit seid ihr gemeint,
ihr Nicht-Privilegierten.
Da, wo die Sonne selt'ner scheint,
scheint ihr! Ihr Fluoreszierten.
Ihr seid die wahren Helden hier!
Könnt nicht im Wohlstand baden.
Ihr trinkt zuhause euer Bier
und nicht im "Glasbier-Laden".
Bewundernd schau ich zu euch auf.
Wie könnt ihr Glück verspüren?
Wo wenig steht im Lebenslauf,
muss euch das doch berühren.
Ihr seid meist freundlich und gebt gern.
Bleibt nicht auf allem hocken.
Nicht zu helfen, liegt euch fern.
Folgt selten dem Verlocken.
Wer aus gutem Haus entspringt,
bekämpft den Widerstand,
der für euch so einfach klingt,
wie Türmchen bau'n im Sand.
Den Reichen fällt das in den Schoß,
wofür ihr euch stark stresst.
Ihr plagt euch ab und erntet bloß
den unrentablen Rest.
Ihr verdientet den Respekt,
den andere bekommen.
Nur, wenn ihr euch reckt und streckt,
werdet ihr wahrgenommen.
Ihr putzt der Reichen Hinterteil.
Ihr reinigt die Latrinen.
Ihr macht Kaputtes wieder heil.
Ihr dürft Kassen bedienen.
Das alles tut ihr ohne Chance,
jemals zu profitieren.
Und doch wahrt ihr die Contenance
wo Snobs kapitulieren.
Kein Manager, kein Lobbyist
könnt' auch nur einen Tag
so leben, wie ihr's immer müsst.
Ganz ohne Stresszuschlag.
Ein Kind aus schnöselhaftem Haus
muss wenig investieren.
Es zeichnet sich durch eines aus:
Es kann sich inszenieren.
Entpuppt sich dann als Parasit.
Saugt Menschen aus! Lässt bluten!
Und machen welche nicht mehr mit,
entlässt man sie, die Guten.
Schon jetzt beginnt mein Resümee.
Ich hoffe, es bleibt kurz:
Nur mit prall vollem Portemonnaie
dämpft man jeden Sturz.
Geiz funktioniert nicht ohne Geld.
Das ist die Quell' der Qual.
Und so regiert das Geld die Welt;
zerstört jede Moral.
"Wenn ich das sehe, wird mir schlecht.
Ihr müsstet euch vergraben.
Das ist doch völlig ungerecht.
Und doch wirkt ihr erhaben!
Erhabenheit beschreibt perfekt,
was ihr uns allen zeigt.
Von euch zu lernen, heißt Respekt
vor dem, wozu ihr neigt.
So neige ich mein Haupt vor denen,
die sich nicht unterkriegen lassen.
Und ich entferne mich von jenen,
die rücksichtslos ihr Geld verprassen."
Worte haben Kraft
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