Der Gipfel der Feigheit 

Opposition ist äußerst mutig
mit der Befürchtung, sie wird blutig.
Wer großer Macht die Stirn stur bietet,
wird dafür vielleicht umgenietet.
Es kann nichts Mutigeres geben,
als zu riskieren, abzuleben.

Als David die Steinschleuder spannte
und Goliath entgegen rannte,
da konnte er der Welt beweisen:
„Man kann auf seine Ängste scheißen.“
Angst erzeugt Mut. Das ist wahr, ehrlich.
Sie zu besiegen, ist beschwerlich.

Wenn Große sich an Kleinen rächen,
kann man von Mut so gar nicht sprechen.
Die Löwen können lange leben,
wenn sie nur nach der Beute streben.
Doch stellt ein andrer sich entgegen,
fühlt er sich nicht mehr überlegen.

Doch was ist jetzt der Kern des Pudels?
Was die Moral des Abwärtsstrudels?
Die wird sich euch hier gleich erschließen,
wenn auf den Spatz Kanonen schießen.
Jetzt kennen wir mutige Taten.
Was nun kommt ist leicht zu erraten.

Löwen können den Tag genießen,
weil sie die Nahrungskette schließen.
Doch auch die Beute, die hat Waffen.
Könnt' schneller sein und alle gaffen.
Drum sind selbst Löwen, die feig' jagen,
noch mutiger als andre Plagen.

Es ist an Feigheit nicht zu toppen,
den Pazifist mit Schrot zu stoppen.
Denn wer verherrlicht Amoktaten,
dem kann ich nur zu einem raten:
„Willst du dein Vorbild echt stolz machen,
lass dich vom Hochhaus runter krachen.“

Denn damit bist du auch recht feige.
Spielst immerhin die zweite Geige.
Und dein Idol bleibt ungeschlagen;
an Feigheit nicht zu überragen.
Denn jedes seiner Opfer war doch
viel mutiger als dieses Arschloch.

Hat man nichts mehr zu verlieren,
darf man nicht nach Sterben gieren.
Sondern sich neue Ziele stecken.
Die Lebensgeister wieder wecken.
Massaker, Amok, Terror tragen
gar keinen Mut in sich; nur Fragen.

Worte haben Kraft

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